Projekt

 

Förderung

Das Projekt "Couples’ division of work during COVID-19 lockdown in Austria" wird vom Wissenschaftsfonds/Austrian Science Fund FWF im Rahmen der SARS-CoV-2-Akutförderung gefördert (P 34362).

 

Projektdauer: 1. April 2021 bis 31. März 2023

 

Projektbeschreibung

Der COVID-19 Lockdown, der in Österreich Mitte März 2020 begann, hatte massive Auswirkungen auf das Familienleben. Aufgrund der Schließung von Kindergärten und Schulen für zwei Monate und dem Ausfall von Großeltern und anderen externen Betreuungspersonen, waren Familien weitgehend auf sich alleine gestellt. Sie waren mit der für sie neuen und sehr fordernden Situation konfrontiert, dass Kinderbetreuung und Homeschooling plötzlich zur Gänze von ihnen selbst zu leisten waren. Entsprechend stieg die von Eltern für Kinderbetreuung verwendete Zeit rapide an und auch die Zeit für Hausarbeit nahm zu. Der Lockdown hatte zudem wichtige Konsequenzen für die Erwerbstätigkeit. Während Personen in systemrelevanten Berufen zumeist weiterhin an ihrer Arbeitsstelle tätig waren, wurde in anderen Berufen auf Homeoffice umgestellt. Gleichzeitig wurde Kurzarbeit forciert. Während des Lockdowns waren unter anderem Gastronomie, Hotellerie und die meisten Geschäfte (mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Apotheken etc.) geschlossen. Die Arbeitslosenquote stieg stark an.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen befasst sich das Projekt mit den folgenden Fragen: Wie haben Paare im COVID-19 Lockdown die zusätzliche Familienarbeit (d.h. Kinderbetreuung und Hausarbeit) verteilt? Welche Erwerbsmodelle haben sich herausgebildet, z.B. beide Teilzeit (Kurzarbeit)? Wer innerhalb von Paaren war im Homeoffice? Hatte das Homeoffice für Männer und Frauen dieselben Konsequenzen in Bezug zur Kinderbetreuung und Hausarbeit? Welche Arrangements in Bezug auf Arbeitszeiten (Abend/Nacht, Wochenende) haben sich entwickelt?

Es wird dabei im Detail untersucht, welche Rolle die Familiensituation und andere Faktoren spielen. Wie Paare die Familien- und die Erwerbsarbeit untereinander aufteilen, hängt nämlich wesentlich vom Alter und der Anzahl an Kindern ab, aber auch vom Einkommen und der Bildung beider Partner*innen.

Als Datenbasis werden der Österreichische Mikrozensus und die Daten des Austrian Corona Panel Projects (ACPP) verwendet. Untersucht wird vor allem die Entwicklung im Zeitraum von Anfang 2020 (vor dem ersten Lockdown) bis zum Sommer 2021 (nach dem dritten Lockdown). Bisherige Ergebnisse weisen darauf hin, dass im Lockdown zwar Frauen einen großen Teil der zusätzlichen Aufgaben übernommen haben, es sich gleichzeitig aber auch neue, weniger traditionelle Arrangements herausgebildet haben. Dies trifft beispielsweise auf Paare zu, in denen Väter in Kurzarbeit im Homeoffice arbeiteten und daher den Großteil der Kinderbetreuung übernahmen, während die Mütter in systemrelevanten Berufen in Vollzeit außer Haus arbeiteten.